Adoptivfamilien
sind Familien wie alle anderen auch: Sie teilen ebensoviel Spaß und
Freude und Lachen miteinander und ebensoviel Kummer und Ärger; dass
sie auf eine ungewöhnliche Weise zusammen gefunden haben, spielt im
Zusammenleben oft über Jahre hin nicht die allergeringste Rolle. Adoption
schafft eine Normalität anderer Art. Verdrängt werden muss da gar
nichts, bewusst ist es immer, für den Alltag ist es nicht wichtig.
Oft ganz unerwartet gewinnt das Thema aber irgendwann in jeder Familie plötzlich
an Bedeutung. Die Anlässe sind unterschiedlich, es können die Kinder
sein, für die ihre Herkunft zur drängenden Frage wird oder die Eltern:
Und dann ist nichts so wichtig, wie vertraute Menschen, deren Situation der
eigenen ähnlich ist, die das Thema nicht von außen, sondern von
innen sehen, die zuhören, Trost, Aufmunterung, manchmal auch ganz handfeste
Tipps geben können. Die Adoptivfamilientagung schafft hier ein tragfähiges
Beziehungsnetz, Familien lernen sich über Jahre hin kennen, Eltern machen
Workshops, joggen miteinander, sonnen sich, reden abends bei einem Glas Wein,
Kinder und Jugendliche toben und basteln und machen Party. Freundschaften entstehen
unter Erwachsenen und Kindern und halten Jahre lang.
Nichts kann besser den Stellenwert der Tagung im Leben der Teilnehmer zeigen
als die Antwort eines Grundschulkindes auf die Frage nach den großen
Festen im Jahreslauf: „Weihnachten, Geburtstag und Bad Segeberg.“