Nach der „Zwischenstation“ in Meppen 2005 haben sich die „Adoptivfamilien mit Kindern aus aller Welt“ dieses Jahr das erste Mal im evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa getroffen. 26 Familien und Teamer mit insgesamt 91 Menschen kamen zusammen, um an Bewährtes anzuknüpfen und Neues zu erfahren.
Das Tagungsthema „Neu-Anfangen“ stand nicht nur für den neuen Ort, sondern auch für die kooperierende Zusammenarbeit zwischen den Organisatoren des Trägervereins und der Pastorin Barbara Hanusa und ihrem Team von der evangelischen Bildungsstätte, die sich in professioneller Weise auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingestellt haben.
Der Eintritt in das Foyer ließ „Segeberger Gefühle“ aufkommen. So stellte sich in kurzer Zeit die für dieses Wochenende typische offene Gesprächsathmosphäre ein.
In bewährter Weise begann der erste Nachmittag mit einer gemeinsamen Veranstaltung, bevor sich die Kinder und Jugendlichen auf die unterschiedlichen Werkstattangebote verteilten und die Erwachsenen in einer Mütter- und Vätergruppe zusammenfanden. Abgerundet wurde der Abend durch einen Bericht einer Familienreise nach Vietnam.
Inhaltlich stand der Freitag unter der Leitung von Gastreferentin Dipl.-Psychologin Irmela Wiemann. In profunder Weise wurde die Thematik des „Zusammenlebens mit seelisch verletzten Kindern“ und der daraus resultierenden Störungsbilder im Nachstellen einer Familiensituation aufgegriffen, theoretisch reflektiert und in anschließender Diskussion mit den eigenen Realitäten in Verbindung gebracht. Die über 30-jährige Erfahrung der Referentin in der Beratung und Therapie von Adoptiv- und Pflegefamilien und ihre in mehreren Büchern wissenschaftliche Arbeit dazu, ließen die zwei Arbeitseinheiten zu einer intensiven Erfahrung werden. Gäbe es doch nur mehr Fachkräfte, die in der Lage wären, Praxis und Theorie so auf den Punkt bringen zu können!
Während die Teenies in die Kellerdisco entschwanden, fand am Abend die jährliche Mitgliederversammlung des Trägervereins statt.