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Mut tut gut

Wir waren 2009 das erste Mal beim all
jährlich stattfindenden Treffen der "Adoptiv-
familien mit Kindern aus aller Welt" in Bad Bederkesa, das dieses Jahr unter dem Motto stand "Mut tut gut". Uns waren alle 78 teilnehmenden Personen fremd, wir ihnen auch. Und trotzdem entstanden - vor allem unter den Jugendlichen - gleich nach der offiziellen Eröffnung sehr herzliche Kontakte.

Bei der Ankunft, wurde erst mal ein Familienfoto gemacht, das war eine sehr schöne Idee. Dieses Foto diente später beim Vorstellungs- und Eingewöhnungsprozeß.

Neben den vielen Beiträgen aus der Reihe der Teilnehmer, die uns sehr gut gefielen, beeindruckten uns aus dem offiziellem Programm vor allem zwei Punkte: Einerseits die tägliche Predigt des Pastoren aus Bad Bederkesa, die durch die Wortwahl und Darstellungsweise - ja wirklich - bei Groß und Klein eine starke Wirkung zeigten; zweitens das Kompakt-Seminar "Ki-Do" zur Gewaltprävention, dass Ralf Ide drei mal durchführte: einmal für die Eltern, einmal für Kinder von 6 - 10 Jahren und einmal für Jugendliche. Mit viel Spannung vergingen die 3 - 3 ½ Stunden mit nur 5 Minuten Pause im Nu und am Ende hatte man eine deutliche Ahnung, wie man bei den nächsten Gewaltannäherungen in Wort und Tat gewaltfrei und gewaltverhindernd reagieren kann.

Was mir am meisten gefallen hat, war der Kurs, in dem es um Selbstverteidigung ging. Es war kein Kursus, in dem es darum ging, jemanden einen Tritt im schlimmsten Falle zu verpassen, sondern eher Konflikten Gewaltfrei aus dem Weg zu gehen. Der "Kursleiter" hat jeden einzelnen von uns auf verschiedenen Weisen provoziert. Er versuchte es bei mir, und ich verlor schon in der ersten Runde. Doch in der zweiten Runde, reagierte ich nicht auf seine Provozierung und konnte rechtzeitig seinem Angriff ausweichen und lernte damit auch was Neues. Alle Jungendlichen nahmen an einer Schnitzeljagd teil, die die Teamer vorbereitet hatten. Wir hatten alle sehr viel Spaß und die Gruppe, in der ich war, gewann. Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt. Es war interessant, Jugendliche und Kinder aus aller Welt kennen zu lernen, die wie ich auch, adoptiert sind. Das Essen war total lecker und es hat mir immer geschmeckt. Die Betten waren auch sehr toll.

Während des 4 tägigen Seminars sorgten der Seminar Chor, die herrlichen Spaziergänge im Wald oder am See und die tolle Bewirtung für zusätzliche Erholung und Entspannung.

Wir beide erlebten entspannte Tage, die auch unserem Verhältnis untereinander sehr gut getan haben.

 

Maria Fernanda und Mónica von Koschitzky, 2009